ÜBERSETZUNG
Dr.J.-M. Paschoud

URSPRUNG
Japan

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDES
13. 03. 2001

VERWENDUNG
Begleithund

KLASSIFIKATION FCI
Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp. Sektion 5 Asiatische Spitze und verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS
Ursprünglich waren die japanischen Hunderassen klein bis mittelgross, und es gab keine grossgewachsenen Hunderassen. Seit 1603 wurden in der Akita Region "Akita Matagis" (mittelgrosse Hunde zur Bärenjagd) zu Hundekämpfen verwendet. Von 1868 an wurde die Rasse mit dem Tosa und mit Mastiffs gekreuzt. Infolgedessen nahm die Rasse an Grösse zu, aber charakteristische Züge, die zum Spitz-Typ gehören, gingen verloren.

Im Jahre 1908 wurden die Hundekämpfe verboten. Aber die Rasse überlebte dennoch, gedieh und entwickelte sich zu einer grossgewachsenen japanischen Rasse. Neun vorzügliche Exemplare dieser Rasse wurden dann im Jahre 1931 zu "Denkmälern der Natur" erklärt.

Während des Zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) war es üblich, Hundsfelle zur Herstellung von Militärkleidern zu verwenden. Die Polizei ordnete die Fest- und Beschlagnahme aller Hunde an, ausser den deutschen Schäferhunden, welche für militärische Zwecke vorbehalten waren. Verschiedene Liebhaber versuchten jedoch, das Gesetz zu umgehen, indem sie ihre Hunde mit deutschen Schäfern kreuzten.

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, hatten die Akitas drastisch an Zahl abgenommen, und es existierten drei verschiedene Typen unter ihnen : 1) Matagi Akitas, 2) Akitas für Hundekämpfe und 3) Schäferhund-Akitas. Dies war eine stark verworrene Situation für die Rasse.

Während des Wiederaufbaus der reinen Rasse nach dem Krieg hatte Kongo-go, ein Hund aus der Blutlinie Dewa, vorübergehend einen ungeheuren Popularitätserfolg; dieser Hund liess in seinem Erscheinungsbild die Züge von Mastiffs und von deutschen Schäfer- hunden erkennen. Die Zahl der Züchter dieser Rasse nahm zu, und die Rasse hatte immer mehr Erfolg. Aber hellsichtige Liebhaber waren damit nicht einverstanden, diesen Typus als eigenständige japanische Rasse anzuerkennen und waren beflissen, die fremden Züge aus diesem Typus auszumerzen. In der Absicht, die Charakteristiska der urtümlichen Rasse wiederaufzubauen, führten sie Kreuzungen mit Matagi Akitas durch. Damit gelang es ihnen, die grosse, ursprünglich reine Rasse, die wir heute kennen, zu festigen.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD
- Grosser, wohlproportionierter Hund von kräftigem Körperbau mit viel Substanz
- sekundäre Geschlechtsmerkmale ausgeprägt
- viel Adel und Würde in Bescheidenheit
- robuste Konstitution

WICHTIGE PROPORTIONEN
- Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge (von der Bugspitze zum Sitzbeinhöcker gemessen) beträgt 10 : 11
- der Körper der Hündinnen ist etwas länger als der der Rüden.

VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN)
Ruhig, treu, gehorsam und aufnahmefähig

OBERKOPF
Schädel

Der Schädel ist im Verhältnis zum Körper gut proportioniert; Stirn breit mit deutlicher Stirnfurche, ohne Falten.
Stop
Ausgeprägt

GESICHTSSCHÄDEL
Nasenschwamm
Gross und schwarz. Nur bei Hunden mit weissem Haarkleid ist ein leichter, diffuser Pigmentmangel am Nasenschwamm zulässig, schwarz bleibt stets die bevorzugte Farbe.
Fang
Von mittlerer Länge und kräftig; er ist am Ansatz breit und verjüngt sich allmählich ohne spitz zu werden. Nasenrücken gerade.
Kiefer / Zähne
Kräftiges Scherengebiss
Lefzen
Straff anliegend
Backen
Mässig entwickelt
Augen
Verhältnismässig klein, nahezu dreieckig, da der äussere Augenwinkel leicht nach oben verzogen ist; mässig auseinanderliegend; von dunkelbrauner Farbe, je dunkler, umso besser.
Ohren
Verhältnismässig klein, dick, dreieckig, mit leicht abgerundeter Spitze, mässig weit auseinandergesetzt, aufrecht und leicht nach vorne geneigt getragen.

HALS
Dick und muskulös, ohne Wamme, in guter Proportion zum Kopf.

KÖRPER
Rücken
Gerade und kräftig
Lenden
Breit und muskulös
Brust
- Brustkasten tief, Vorbrust gut entwickelt
- Rippen mässig gewölbt
Bauch
Gut aufgezogen

RUTE
- Hoch angesetzt, dick, gut und fest eingerollt über dem Rücken getragen
- bei heruntergezogener Rute reicht die Spitze fast bis zum Sprunggelenk

GLIEDMASSEN
VORDERHAND
Schultern
Mässig schräg und gut ausgebildet
Ellenbogen
Dicht am Körper
Unterarm
Gerade, mit kräftigen Knochen
HINTERHAND
Gut entwickelt, kräftig, mässig gewinkelt
PFOTEN
- Dick, rund, gewölbt
- Zehen eng aneinanderliegend

GANGWERK
Elastischer und kraftvoller Bewegungsablauf

HAARKLEID
BESCHAFFENHEIT DES HAARES
Deckhaar hart und gerade, Unterwolle weich und dicht; am Widerrist und an der Kruppe etwas länger; an der Rute ist das Haar am längsten.
FARBE
Rot-falbfarben, sesam (rot-falbfarbene Haare mit schwarzen Spitzen), gestromt und weiss. Alle angeführten Farben ausser Weiss müssen « Urachiro » aufweisen (Urachiro = weissliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, an der Unterseite des Kiefers, des Halses, der Brust, des Körpers und der Rute und an der Innenseite der Gliedmassen.)

GRÖSSE
Für Rüden 67 cm, für Hündinnen 61 cm
Eine Abweichung von plus oder minus 3 cm wird toleriert.

FEHLER
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
1. Rüdenhafte Hündinnen.
2. Hündinnenhafte Rüden.
3. Vor- und Rückbiß.
4. Fehlende Zähne.
5. Schwarz oder blau gefleckte Zunge.
6. Helle Iris.
7. Kurze Rute.
8. Ängstlichkeit.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER
1. Aggressiv oder ängstlich.
2. Nicht aufrecht getragene Ohren.
3. Hängend getragene Rute.
4. Langes Haar (zottig).
5. Schwarze Maske.
6. Abzeichen auf weissem Grund.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Das Gewicht der Rüden beträgt zwischen 32 und 40 kg; die Hündinnen liegen zwischen 20 und 30 kg.